Mittwoch, 12. März 2008

Eigentlich

Um fünf Uhr vierzig klingelte der Wecker.
Wie jeden morgen.
Um sechs Uhr zwei komme ich geduscht und angezogen aus dem Badezimmer.
Wie jeden morgen.

Um sechs Uhr siebenundzwanzig habe ich den Kaffee getrunken und die Zeitung überflogen.
Wie jeden morgen.
Um sechs Uhr dreiundfünzig habe ich mich auf den Weg zur Arbeit gemacht.
Wie jeden Morgen.
Um sieben Uhr dreißig betrete ich mein Büro und setzte mich an meinen Schreibtisch.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr zweiundvierzig öffnet sich die Bürotür und die Sonne erhellt den Raum.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr dreiundvierzig werde ich ignoriert.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr vierundvierzig verfinstert sich mein Gemüt.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr fünfundvierzig habe ich jede Lust verloren.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr wünschte ich die Tür würde nochmals aufgehen und ich würde was sagen.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr sieben tut sie es.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr acht verlässt noch kein Ton meine Lippen.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr elf gräbt sich der Hass in meine Magengrube.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr sechzehn tacker ich energisch Rechnungen zusammen.
Wie jeden morgen.
Um neun Uhr zwei stöber ich im Internet nach gebrauchten Waffen.
Irgendwas ist anders.

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