Mittwoch, 17. November 2010

Zu Gast bei Herr Grube

Wie können Menschen den ganzen Tag mit so einem Mundgeruch rumlaufen, dass einem schlecht wird, selbst wenn sie nur das Zugabteil betreten in dem man selber sitzt…

Was fast noch schlimmer ist… Alter, da fallen mir jetzt mindestens noch zwei Sachen ein, oder besser gesagt. Die eine kam mir entgegen, die andere sitzt neben mir.

Entgegen kam mir ein Mann mit Seidenschal und einer dieser Riesensonnenbrillen wie man sie von It-Girls kennt… draußen regnet es. Schwuchtel!

Andere Sache…aus dem Maul stinken wie ein Nutzvieh und dann immer näher rücken, um auf das zu linsen, was ich gerade auf den Monitor bringe…. lies…lies…lies mit du Spack.

Gemacht…verschämt weggeguckt. Ha…meine Finger bewegen Köpfe und verwandeln Neugier in Scham. Klick! Klick! Klick! Penner!

Notiz an mich selbst: Neues Molbook kaufen und den ganzen Scheiß mal wieder handschriftlich notieren. Hat im Endeffekt dann doch mehr Persönlichkeit und das Gaffen fremder Affen bleibt mir erspart. Vor allem vergeude ich nicht unnütz Bits und Bytes mit Schwachsinn weil mir einer auf den Bildschirm starrt.

Nur Schwachsinn der ohne Guckzwang entsteht. Aus den Tiefen meiner Hirnschale. Ganz weit unten. Das ist der reale Surrealismus.

Wer solche Zeilen lesen will… mir egal. Gibt schlimmeres als für Nüsse was in die Tastatur einzuhacken. Zum Beispiel für Nüsse auf der Couch zu gammeln und sich das Präkariatsfernsehen reinzuziehen.

Endstation.

Social Networks

Einfacher war es nie neue Freunde zu finden und alte Bekanntschaften wieder zu beleben. Gefangen im Netzwerk der Internetspinne und betäubt von ihrem Gift, der Aufmerksamkeitsempfindlichkeit, taumeln tausende und abertausende Kinder, Jugendliche, Adoleszente, und Durch- bzw. Mitläufer der Midlife-Krise umher und sehen sich dem Zwang des Exhibitionismus´ ausgesetzt.

Wer teilt der bleibt. Wer nichts zeigt, der wird mit Nichtbeachtung gestraft. Und was gibt es Schlimmeres als in einem in höchster Weise ästhetischen und interaktiven Medium keine Neuigkeiten in die virtuelle Welt setzten zu können?

Für Statusjunkies und Commentjäger wohl nichts.

Für die Schreibfaulen unter uns Usern gibt es den Daumen-Button. Das gefällt...! Like, like, like, like, like, like, like.

Die Individualität ist die neue Uniformität. Alle sind gleich, weil alle anders sein wollen. Weil jeder zeigt was er kann, hat, macht und will. Und weil jeder alles kommentiert und kommentiert haben will.

Like everyone! Das gefällt...!

Es ist ja schon fast eine angesehene Krankheit. Der Internetwahn. Verhungerte Menschen in Godzillas Heimatland, weil sie Tage und Nächte online waren.

Verhungernde Menschen auch in meinem Umfeld? An Nahrung fehlt es ihnen sicher nicht in physischer Hinsicht. An Nahrung fehlt es ihnen in psychischer, in sozialer Hinsicht.

Verhungern im Überfluss? Krank durch einseitige Ernährung? Die McDonaldisierung des sozialen Lebens? Viele sind fett, satt und gelangweilt und nichts desto trotz wählen sie aus dem unglaublich reichhaltigen Angebot doch nur den BigMac.

Dieser Wahn trägt mitunter absurde Früchte.

Kontaktpflege im Netzwerk der Hippen kostet Kraft. Zumindest Zeit. Zeit die einem schmerzlich im echten Leben fehlen kann.

Wären manche dieser Leben Arbeiten, die von einem Professor bewertet würden, stände an den Rändern:

Redundanz vermeiden! Mehr Eigenleistung bitte!