
Donnerstag, 20. März 2008
Mittwoch, 12. März 2008
Eigentlich
Wie jeden morgen.
Um sechs Uhr zwei komme ich geduscht und angezogen aus dem Badezimmer.
Wie jeden morgen.
Um sechs Uhr siebenundzwanzig habe ich den Kaffee getrunken und die Zeitung überflogen.
Wie jeden morgen.
Um sechs Uhr dreiundfünzig habe ich mich auf den Weg zur Arbeit gemacht.
Wie jeden Morgen.
Um sieben Uhr dreißig betrete ich mein Büro und setzte mich an meinen Schreibtisch.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr zweiundvierzig öffnet sich die Bürotür und die Sonne erhellt den Raum.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr dreiundvierzig werde ich ignoriert.
Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr vierundvierzig verfinstert sich mein Gemüt.

Wie jeden morgen.
Um sieben Uhr fünfundvierzig habe ich jede Lust verloren.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr wünschte ich die Tür würde nochmals aufgehen und ich würde was sagen.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr sieben tut sie es.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr acht verlässt noch kein Ton meine Lippen.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr elf gräbt sich der Hass in meine Magengrube.
Wie jeden morgen.
Um acht Uhr sechzehn tacker ich energisch Rechnungen zusammen.
Wie jeden morgen.
Um neun Uhr zwei stöber ich im Internet nach gebrauchten Waffen.
Irgendwas ist anders.
Mittwoch, 5. März 2008
Vor die Hunde
Welcome to communication! Be free, be connected...
So heißt es wohl. Ein an und für sich schönes Wort mit einer noch schöneren Vorstellung verbunden....an und für sich....
Die Mitteilung von Informationen, Ereignissen und der Austausch von Ideen und Gedanken.
Aber darüber hinaus sein Umfeld zu vergessen und sich in der Gesprächsblase, scheinbar geschützt und abgesondert von der Außenwelt durch das pulsierende Leben der Städte zu mäandern scheint mir, im Gegensatz zur eigentlichen Bedeutung des Wortes Kommukation zu stehen oder es zumindest auf ein verschwindend geringes Maß zu beschränken.
Das Wahrnehmen erfolgt nur noch einohrig.
Das Mitteilen nur noch halbherzig.
Wenn überhaupt.
Auf dem Marktplatz in der Innenstadt wird gerade eine Hexe verbrannt.
"Hallo...Ja?!?...Na, wie geht´s...achso, was machst du denn gerade?....Ach echt!?...Wo ich gerade bin?!...An nem Scheiterhaufen....Was?!...Nein, nicht beim Leiter kaufen...Du, ich versteh´ dich ganz schlecht, das Feuer knistert zu laut. Ich ruf gleich noch mal an!"
Was zur Hölle haben diese Menschen gemacht, bevor das mobile Telefon erfunden wurde. Sie haben sich wahrscheinlich zu Hause versteckt und auf genau diese Innovation gewartet. Vor dem Telefon mit Festnetzanschluss sitzend . Natürlich!
"Hallo, ja ich höre dich ausgezeichnet. Die Nebengeräusche sind geradezu gleich null, lässt man mal das Brummen des Kühlschrankes außer acht. ... was ich gerade tue....?!....ich sitze hier neben dem Telefon und warte, dass etwas passiert, oder dass ich was tolles mache...."
Das sind auch die Menschen, welche jetzt in Scharen aus den Löchern kriechen und Handyvideos hochladen... nix verpassen, alles zeigen und sharen... Immer am Puls der Zeit...
Es gibt nunmal Momente, die nicht geshared werden
müssen, die einfach und allein dafür bestimmt sind gelebt, genossen und in Erinnerung gehalten und nicht auf Handycam gefilmt und der ganzen Welt zur Schau gestellt zu werden.Sei es auf einem Konzert mit 1000 anderen Menschen, ob am Strand beim Sonneuntergang, beim Bier kaufen, Scheiße bauen, ob an einem Abend mit Freunden oder beim Sternschnuppenzählen mit der Liebsten....
Damit es jeder von euch Spacken sehen und hören kann, werde ich auch heute noch einen Handyfilm drehen und ihn morgen bei youtube.com hochladen.
Message:
Lasst die verdammten Handys in den Taschen. Benutzt eure Augen und Ohren. Spürt wieder, was passiert und erfreut euch daran wie es war und nicht an den sechs Comments die nachher gepostet werden:
"ey, geil ey,... war ich auch da..".
"der typ ist voll gay alter!!!!"
"XD großartig... unfassbar dieser Moment...XD"
"BLAH...BLUBB....HDGGGGGDL....LIEB EUCH ALLE!"
"was für Augen der da macht.. guckt mal bei 1:23. lol"
"boahhh....auch da gewesensein will..."
Ich nenne euch was ihr seid... Exhibitionisten und Voyeure...
Guckt ruhig bei Wikipedia nach...!
Ich könnte kotzen!
Dienstag, 4. März 2008
Florida McFly a.k.a. John Ramflo
Es ist wieder einer dieser gottverdammten Tage. Es regnet die ganze Zeit so stark, dass man kaum 15 Fuß weit sehen kann. Jedes Geräusch wird in dem herabstürzenden Wasser ertränkt. Jeder frohe Gedanke in einem dreckigen Schlammrinnsal weggespült. Zwei Tage ist es nun her, dass ich das korrupte und menschenverachtende Regime #579 ausgelöscht habe. Keine halben Sachen, keine Gefangen. Die Schreie und das scheiß Blut höre und sehe ich schon lange nicht mehr. Die Gesichter der Toten und die Geschichten welche hinter ihnen stecken interessieren mich nicht. Es ist ein Job, eine Bestimmung, die als Lohn nur die endlose Leere bereithält.
Selbst das Reinigen meiner Waffen kann diese beschissene Leere nicht mehr füllen. Wenn ich in den Spiegel blicke erkenne ich mich selbst kaum wieder. Meine Augen scheinen durch den Spiegel hindurch, weit in die Ferne zu blicken, dort jedoch kein Ziel zu finden.
Jeden Tag frage ich mich aufs neue, ob das was ich mache, das was ich bin, wirklich mein Schicksal ist. Das Leben, welches ich leben muss bis mich eine verdammte Kugel trifft oder mir eine Granate den schmerzerprobten Leib zerfetzt. Eines natürlichen Todes werde ich nicht sterben. Aber ich werde mich teuer verkaufen. Soviel ist sicher.
Wenn es stimmt, dass Träume manchmal die Zukunft zeichnen können, will ich diese Zukunft nicht. Denn in meinen Träumen bekommen die unzählingen, namenlosen Toten Gesichter und ihre schmerzerfüllten Schreie finden hier Gehör.
Meine Zukunft ist meine Vergangenheit und meine Gegenwart.
Bei meinen Friedens- und Befreiungsmissionen habe ich einiges gesehen und erlebt. Und eins kann ich versichern: "Wo man singt da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder" ist so wahr, wie die seelenvergnügte Annahme, dass vor dem Gesetzt alle Menschen gleich seien. Böse Menschen kennen verdammt viele Lieder. Sie tanzen sogar.
Ich missgönne diesen Arschlöchern ihre Fähigkeit glücklich zu sein!
Samstag, 1. März 2008
This night...
Wanna say, scream, sing, whisper, show and feel it again.

From me, for you
The debris, we two
From you, for me
Must go, gotta pee...
He wakes up, shakes his head and rubs his eyes in disbelieve.
Dish aerials must be much more dangerous than generally supposed.
Sonntag, 24. Februar 2008
Für Luise
Zu erkennen ist nun die Schafwiese, mit ihren Schafen und der Wiese.
Die Schafe haben sich einen unglaublich schönen Tag ausgesucht, um zu grasen, hin und her zu rennen, sich zu zanken und zu lieben, vom Schäfer geschoren und der Sonne gewärmt zu werden.
Ein ganz normaler Tag auf der Schafwiese. Aber einer der schönen!
"Da könnte ich doch mal ganz entspannt die Beine hochlegen, fünfe grade sein und den Schafgott den Job verrichten lassen", dachte das Gottschaf.
Der Schafgott, nur zum besseren Verständnis, ist der Zwillingsbruder des Gottschafes und wohnt nur eine Wiese weiter.
"Doof ist nur, dass man als Gottschaf leider nicht im Konjunkitiv leben darf!" dachte das Gottschaf weiter, "und außerdem hab ich ordendlich Beef mit meinem Zwillingsbruder."
Also, Beine wieder runter, fünfe wieder krumm machen und erstmal die Schäfchen zählen. Der Tag eines Gottschafes fängt so an, wie er für die meisten endet. Mit Schäfchen zählen.
Zitat Anfgang: "1, 2, 3, 4..." Zitat Ende (Songansage von John Simon Ritchie a.k.a. Sid Vicious, Sex Pistols) "5, 6, 7, 8, 9, ............... 154. Alle da", sagte sich das Gottschaf, "perfekt! Ich könnte ja auch bei meinem Zwillingsbruder vorbeischauen und diese blöde Fehde zwischen uns endlich beenden."
Jetzt war guter Rat teuer. --- und hinter mir steht der Phrasendrescher und meine rechte Hand erhebt sich bereits, um drei Euro ins Porzellanschwein von DSF zu werfen. Das hier als Homage an Hildegunst. Bitte - Danke - Weitermachen! ---
Um eine schnelle Entscheidung herbei zu führen kramte das Gottschaf in seinen Taschen.
"Gott würfelt nicht, hat Albert Einstein mal gesagt" dachte das Gottschaf, "aber egal, ich bin ja, Gott sei es gedankt, nicht Gott sondern ein Gottschaf........heute muss Sonntag sein, bei soviel Gott in einem Gedankenzug..."
Aber um ganz sicher zu gehen legte das Gottschaf die Würfel wieder beiseite und fischte aus seiner Trinkgelddose eine Münze.
"Kopf und ich gehe zu meinem Zwillingsbruder, Zahl und ich bleibe hier!"
Das Gottschaf musste beim Versuch die geworfene Münze zu fangen jedoch einsehen, dass es ganz schön knifflig ist, eine Münze mit den Hufen zu fangen, denn sie prallte ab und fiel tief herunter auf die Wiese.
"Mist!", dachte das Gottschaf "jetzt muss ich auch noch runter steigen."
Endlich auf der Wiese angekommen musste sich das Gottschaf jedoch eingestehen, dass es hier gar nicht so schlecht war. Der Duft der vielen Blumen, das Umherflattern der Schmetterlinge, das Summen der Bienen, das einfälltige Blöken seiner Schäfchen. All das hatte schon seinen Reiz. Von oben hatte das Gottschaf nie die Möglichkeit gehabt, diese Eindrücke wahrzunehmen.
"Man sollte öfter mal verweilen und sich die Dinge aus der Nähe betrachten. Die Menschen sollten sich nicht ärgern und nicht fluchen, wenn sie zum Beispiel im Stau stehen, sondern sich des momentanen Stillstandes erfreuen und den Blick auf die kleinen Dinge am Fahrbahnrand richten, welche sie sonst nie sehen würden."

Motiviert von dieser Erkenntnis, nahm sich das Gottschaf diese zum Anlass heute doch seinen Zwillingsbruder zu besuchen, um ihrem Zwist endlich ein Ende zu setzen. Also trabte es los, rüber zu der Nachbarwiese.
Wie man über Zäune springt wusste es ja.
...to be continued
Samstag, 5. Januar 2008
Halbe Rolltreppe
Naja, und dem Kurzschluss, der die Rolltreppe just in dem Moment zum Stillstand brachte, als sich die beiden ehemaligen Topsportler auf fast gleicher Höhe befanden.
Herr Becker: "Da brat mir doch einer nen Storch, der Loddar! Was machst du denn in so einem schnöden Kaufhaus? Ich dachte du bestellst nur noch von zu Hause aus. Eine Umgebung ohne glattpoliertes Marmor und vergoldete Wasserhähne macht dich doch depressiv. Hast du zumindest in dem Interview gesagt, dass ich in der 'Rich' gelesen habe, eine Zeitschrift, die wie ich finde viel zu schnell und unverständlicherweise wieder eingestampft wurde."Herr Matthäus: "Normalserweise stimmt das auch. Aber von Zeit zu
Zeit zieht es mich raus. Da muss ich unter Menschen. Für einen Mann wie mich ist es von immensester Wichtigkeit sich auch mal wieder der Weltöffentlichkeit zu stellen. Und wo kann man den Auftritt und das Bad in der Menge am besten üben?! Richtig! In der Mediaabteilung eines großen Warenhauses. In letzter Zeit ist es ja leider etwas ruhiger um meine schillernde Person geworden. Ich habe sogar ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich meinen alten Beruf des Raumausstatters wieder aufnehmen soll. Den Leuten dieses Kaufhauses hätte ich eine Menge guter Tipps zu geben.Aber keiner kommt und schüttelt dir die Hand und will Autogramme, weil du ein Kaufhaus hübsch eingerichtet hast. Ungerechte Welt. Mir fehlt einfach doch der ganze Medienrummel, die Fanbelagerungen und die jungen Mädchen. Ich war mal ein ganz Großer musst du wissen."
Herr Becker: "Na, ich hab dich ja erkannt und unter uns: groß warst du nie."
Herr Matthäus: "Körperliche Größe wird auch völlig überbewertet. Ich spreche hier von Leistungen, die ich erbracht habe und die mich größer gemacht haben, als den einen Otto von dem immer alle dogen, wenn sie bemüht sind einen Durchschnittsbürger zu beschreiben."
Herr Becker: "Meinst du den Normalverbraucher Otto? Der ist ansich ja nett, nur manchmal einfach zu medioker. Mag wohl an seinem Beruf als repräsentatives Mittelmaß liegen. Schön und gut, aber was ist dieses dogen?"
Herr Matthäus: "Ohh... das bekomme ich ganz schwer raus. Ich war ja lange Zeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und da wird, wie du vielleicht weißt, englisch gesprochen. Gedogt, sozusagen."
Herr Becker: "Ach talken meinst du."
Herr Matthäus: "Ja, sag ich doch, dogen. Bai se wai...ich kann jetzt übrigens das ABC rülpsen!"
Herr Becker: "Aber nicht auf Englisch, oder?! Falls du das schaffen solltest, kannst du ja mal beim Tommy anrufen. Der sucht immer wieder neue Menschen die sich schier unmöglich zu meisternde Aufgaben ausdenken und sich als Kandidaten in seiner Samstagabend ZDF Familienunterhaltungssendung zur Verfügung stellen."
Herr Matthäus: "Ich bin mir sicher, dass es dann aber mit meiner Kredibilität als ernstzunehmender Fußballtrainer rapide den Berg heruntergeht, den ich eigentlich erstürmen will."
Herr Becker: "Zumindest würdest du dich wieder ins Gespräch bringen."
Als sich in diesem Moment die Rolltreppe wieder in Gang setzte, Herrn Matthäus nach unten und Herrn Becker nach oben befördernd, ging beiden ein anderer Gedanke durch den Kopf.
Wettkönig, Medienrummel, Fanbelagerungen, junge Mädchen und mit viel Glück eine eigene Show auf RTL II? Oder doch lieber Fußballtrainer, dachte der eine, an ein Autogramm vom zuständigen Elektriker der andere.
